AUTOTEST. Opel Frontera 1.2 Hybrid GS

Der Frontera feiert sein Comeback – nicht als rustikaler Geländewagen, sondern als moderner Hybrid mit viel Sinn für den Alltag.

Wir steigen ein und merken sofort: Der neue Frontera setzt andere Schwerpunkte als sein Namensvorgänger. Statt Offroad-Abenteuer steht heute der praktische Nutzen im Vordergrund. Opel bringt einen traditionsreichen Namen zurück, interpretiert ihn aber als kompaktes SUV für den täglichen Einsatz – bodenständig, funktional und zeitgemäß. Der markante Blitz im Opel-Logo an der Front steht dabei sinnbildlich für genau diesen Ansatz: klar, direkt und ohne Umwege.

Im Innenraum erwartet uns eine klare, aufgeräumte Gestaltung. Das Cockpit setzt auf zwei großzügig dimensionierte Displays, darunter ein 10-Zoll-Farb-Touchscreen für das Infotainment, der alle wichtigen Funktionen bündelt. Die Bedienung folgt dabei der typischen, funktionalen Stellantis-Logik: logisch aufgebaut, wenig verspielt und schnell erlernbar. In der GS-Ausstattung finden wir ein stimmiges Paket mit Features wie Klimaautomatik, Smartphone-Integration via Apple CarPlay und Android Auto, Rückfahrkamera, Parksensoren sowie zahlreichen Assistenzsystemen wie Spurhalteassistent und Tempomat. Die Sitze bieten guten Komfort, die Materialien sind funktional gewählt und sauber verarbeitet – ganz im Sinne der sachlichen, deutschen Opel-Qualität.

Wir rücken nach hinten und stellen fest: Der Frontera meint es ernst mit der Alltagstauglichkeit. Der Fond bietet überraschend viel Platz, sowohl für die Beine als auch für den Kopf. Auch längere Strecken sind hier problemlos möglich, selbst mit mehreren Erwachsenen. Die Sitzposition ist angenehm erhöht, was das Ein- und Aussteigen erleichtert und für eine gute Übersicht sorgt.

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Kofferraum. Mit rund 460 Litern im Grundzustand bietet der Frontera ausreichend Stauraum für den täglichen Bedarf. Klappen wir die Rücksitze um, wächst das Volumen auf über 1.600 Liter an – ein Wert, der in dieser Klasse durchaus beeindruckt. Die Ladeöffnung ist groß, die Ladekante praxisgerecht, wodurch sich auch sperrigere Gegenstände unkompliziert verstauen lassen. Genau hier zeigt sich die Stärke des neuen Frontera: maximale Nutzbarkeit ohne Schnickschnack.

Erst danach werfen wir einen Blick auf das Exterieur. In Karbon Schwarz wirkt der Frontera bewusst zurückhaltend und klar gezeichnet. Die Front trägt das markante Opel-Vizor-Design, die Linien bleiben sauber und funktional. Mit einer Außenlänge von rund 4,38 Metern positioniert sich der Frontera kompakt genug für den Alltag, bietet aber gleichzeitig die Präsenz eines vollwertigen SUV. Die aufrechte Form sorgt für gute Übersichtlichkeit, während die robust wirkenden Proportionen dem Fahrzeug einen soliden Auftritt verleihen.

Unter der Haube arbeitet ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit Mildhybrid-Unterstützung, der auf 107 kW / 145 PS kommt. In Kombination mit einem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ergibt sich ein Antrieb, der klar auf Effizienz und Alltag ausgelegt ist. Wir rollen sanft an, die Unterstützung des Elektromotors sorgt für ein gleichmäßiges und unaufgeregtes Vorankommen.

Auf der Straße zeigt sich der Frontera angenehm unkompliziert. Die Lenkung ist leichtgängig, das Fahrwerk komfortabel abgestimmt und auf Gelassenheit ausgelegt. Unebenheiten werden ordentlich gefiltert, der Wagen bleibt auch auf längeren Strecken entspannt zu fahren. Sportliche Ambitionen stehen hier nicht im Vordergrund – vielmehr überzeugt der Frontera durch Berechenbarkeit und Ruhe. Die Fahrleistungen bewegen sich auf solidem Niveau. Den Sprint auf 100 km/h absolvieren wir in 9,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h. Beim Verbrauch zeigt sich der Hybridantrieb effizient. Im gemischten Einsatz pendeln wir uns bei rund 5,5 bis 6,0 Litern pro 100 Kilometer ein, was gut zum entspannten Gesamtcharakter des Fahrzeugs passt.

Fazit: Der Opel Frontera 1.2 Hybrid GS überzeugt als praktisches, komfortables und wertig gemachtes SUV mit viel Platz und einem derzeit sehr attraktiven Einstiegspreis ab 20.490 Euro. Ein rundes, leistbares Gesamtpaket für den Alltag.

Fotos: © slz