Koreanischer Autobauer stellt IONIQ V auf Pekinger Messe vor
Auf der Auto China 2026 in Peking hat Hyundai Motor seinen neuen IONIQ V präsentiert – das erste Elektromodell der Marke, das speziell für den chinesischen Markt entwickelt wurde. Mit 20 neuen Modellen in fünf Jahren und Milliarden-Investitionen signalisiert der Konzern: China ist künftig mehr als nur ein Absatzmarkt.
Der südkoreanische Automobilhersteller Hyundai setzt auf einen radikalen Neustart in China. Am 24. April stellte das Unternehmen auf der Pekinger Auto Show den IONIQ V vor und läutete damit offiziell die Ära seiner vollelektrischen IONIQ-Baureihe auf dem weltweit größten Elektroautomarkt ein. Das Modell ist kein globales Serienfahrzeug, das für China angepasst wurde – es wurde von Grund auf für chinesische Kunden konzipiert.
Hinter dem Auftritt steckt eine weitreichende Strategie. Hyundai und sein chinesischer Jointventure-Partner, die staatliche BAIC Group, haben bereits im Dezember 2024 gemeinsame Investitionen von acht Milliarden Yuan in ihr gemeinsames Unternehmen Beijing Hyundai vereinbart. In den nächsten fünf Jahren sollen 20 neue Modelle folgen – darunter reine Batteriefahrzeuge und sogenannte EREVs, also Elektroautos mit einem zusätzlichen Verbrennungsmotor als Reichweitenverlängerer. Das Ziel: 500.000 verkaufte Fahrzeuge pro Jahr.

„In China wird die Zukunft der Mobilität definiert, und Hyundai will dabei mitwirken – in China, für China und letztlich für die ganze Welt“, sagte Konzernchef José Muñoz bei der Präsentation in Peking. Die neue Strategie trägt intern den Namen „In China, For China, To Global“ – China soll nicht nur Absatzmarkt bleiben, sondern zum Innovationszentrum für den gesamten Konzern werden.
Der IONIQ V selbst ist das Aushängeschild dieser Offensive. Das Fahrzeug misst 4,90 Meter in der Länge und bietet mit einem Radstand von 2,90 Metern einen großzügigen Innenraum. Im Cockpit dominiert ein 27-Zoll-Panorama-Display in 4K-Auflösung, ergänzt durch ein Head-up-Display, das Informationen direkt ins Sichtfeld des Fahrers projiziert. Das Audiosystem mit acht Lautsprechern unterstützt serienmäßig Dolby Atmos. Die Reichweite des Langstreckenmodells liegt nach chinesischem CLTC-Standard bei über 600 Kilometern pro Ladung.
Technologisch setzt Hyundai auf Kooperationen mit chinesischen Partnern. Batteriezellen liefert CATL, Fahrerassistenzsysteme entwickelt das KI-Unternehmen Momenta. Ein KI-Sprachassistent auf Basis eines Large Language Models, angetrieben vom Qualcomm Snapdragon 8295-Chipsatz, soll die Bedienung des Fahrzeugs intuitiver machen. Sicherheitsseitig verfügt der IONIQ V über neun Airbags sowie ein System, das unbeabsichtigtes Beschleunigen durch Pedalverwechslung verhindern soll.

Auch der Vertrieb wird neu aufgestellt. Hyundai führt eine einheitliche Preispolitik ein, die über alle Kanäle gilt, und plant eigene Markenhubs in Großstädten. Li Fenggang, Präsident von Beijing Hyundai, formulierte den Anspruch klar: „Der IONIQ V und unsere neue strategische Vision zeigen unsere Entschlossenheit, die Erwartungen chinesischer Kunden zu erfüllen und zu übertreffen.“
Bereits in der ersten Hälfte 2027 soll ein weiteres SUV-Modell folgen. Hyundai macht damit deutlich: Der Rückzug aus dem schwierigen chinesischen Markt, den andere westliche Hersteller zuletzt vollzogen haben, ist für den Konzern keine Option.










































