AUTOTEST. OMODA 5 SHS-H Premium
165 kW/224 PS, Super-Hybrid-Technik, hochwertige Verarbeitung und eine nahezu komplette Ausstattung für rund 30.000 Euro: Der OMODA 5 SHS-H Premium zeigt eindrucksvoll, wie stark die junge chinesische Marke inzwischen aufgestellt ist. Und spätestens auf der Autobahn sorgt der Vollhybrid für eine echte Überraschung.
Noch vor wenigen Jahren mussten chinesische Autos vor allem über den Preis überzeugen. Beim OMODA 5 funktioniert diese Einordnung nicht mehr. Schon optisch tritt der 4,45 Meter lange Crossover selbstbewusst auf, mit markanter Front, scharfen Linien und coupéartig abfallendem Dach. Das wirkt eigenständig…
Noch stärker überrascht uns der Innenraum. Materialien und Verarbeitung hinterlassen einen sehr guten Eindruck, das Cockpit wirkt modern und hochwertig. Zwei große Displays bestimmen den Arbeitsplatz, die Sitze sind bequem und die Premium-Ausstattung macht ihrem Namen alle Ehre. Elektrisch verstellbare und beheizbare Vordersitze, Lenkradheizung, 360-Grad-Kamerasystem, elektrische Heckklappe, Sony-Soundsystem und zahlreiche Assistenzsysteme zeigen, wie OMODA Kunden gewinnen will: möglichst viel serienmäßig statt langer Aufpreislisten.
Technisch wird es besonders interessant. OMODA setzt beim 5 auf sein selbstaufladendes SHS – Super Hybrid System mit Direct Hybrid Transmission. Der 1,5-Liter-TGDI-Turbobenziner leistet 105 kW/143 PS, dazu kommt ein kräftiger Elektromotor mit 150 kW/204 PS. Gemeinsam stehen 165 kW/224 PS Systemleistung zur Verfügung. Der elektrische Teil ist dabei kein kleiner Helfer, sondern übernimmt eine zentrale Rolle beim Vortrieb. Einen Stecker braucht der OMODA nicht: Das System gewinnt Energie während der Fahrt und beim Verzögern zurück und entscheidet selbstständig, ob elektrischer Antrieb, Verbrenner oder beide gemeinsam die effizienteste Lösung darstellen.
Das merken wir besonders in der Stadt. Der OMODA fährt spontan und häufig elektrisch an, bleibt angenehm leise und wechselt weitgehend unauffällig zwischen den verschiedenen Betriebszuständen. Wir müssen uns um nichts kümmern – einsteigen, losfahren, fertig. Langweilig wird es trotzdem nicht. Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt der OMODA in flotten 7,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 175 km/h. Noch interessanter als der klassische Ampelstart ist für uns allerdings das Verhalten auf der Autobahn. Gerade ab 130 km/h macht der OMODA 5 richtig Dampf. Wo manche Vollhybride bei höherem Tempo spürbar an Elan verlieren, schiebt der Chinese bei kräftigem Druck aufs Fahrpedal nochmals überraschend energisch an. Beim Beschleunigen oberhalb des österreichischen Autobahntempos fühlt er sich kräftiger an, als seine Papierwerte zunächst vermuten lassen. Genau diese Reserven machen Überholmanöver ausgesprochen souverän.
Erstaunlich ist, dass die Leistung nicht mit hohem Durst bezahlt werden muss. In unserem Test kommen wir auf rund 5,5 Liter Super je 100 Kilometer. Für ein 165 kW/224 PS starkes SUV mit diesen Fahrleistungen ist das ein überzeugender Wert. Vor allem müssen wir dafür weder ein Ladekabel suchen noch besonders zurückhaltend fahren.
Das Fahrwerk passt gut zum Charakter. Der OMODA ist komfortabel, ohne schwammig zu wirken, liegt auch bei höherem Autobahntempo satt auf der Straße und vermittelt viel Ruhe. Die Lenkung könnte etwas mehr Rückmeldung bieten, arbeitet im Alltag dafür angenehm leichtgängig. Gute Sitze, ordentlicher Geräuschkomfort und ausreichend Platz machen ihn zudem zum angenehmen Reiseauto.
Und dann kommt der Preis: Rund 30.000 Euro für den Premium. Angesichts von Leistung, Super-Hybrid-Technik, hoher Qualitätsanmutung und umfangreicher Ausstattung ist das eine Ansage.
Fazit: Schlüssel zurückgeben und kurz nachrechnen: Was hat uns eigentlich gefehlt? Erstaunlich wenig. Genau darin liegt die größte Stärke des OMODA 5 SHS-H Premium – er macht im Alltag vieles richtig und verlangt dafür erstaunlich wenig Gegenleistung vom Konto.
Fotos: © slz










































