AUTOTEST. BYD ATTO 2 DM-i Boost
Sparsam, preiswert und überraschend hochwertig: Der BYD ATTO 2 DM-i Boost verbindet einen kräftigen Plug-in-Hybridantrieb mit umfangreicher Ausstattung und einer Qualitätsanmutung, die in dieser Preisklasse beeindruckt.
Schon beim Einsteigen liefert der ATTO 2 DM-i eines seiner stärksten Argumente. Hier wirkt nichts billig oder lieblos zusammengestellt. Im Gegenteil: Materialien, Verarbeitung und Bedienung vermitteln eine Qualitätsanmutung, die wir in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich erwarten. Saubere Nähte, angenehm wirkende Oberflächen, solide Schalter und ein insgesamt hochwertig gestalteter Innenraum lassen den kompakten BYD beinahe eine Klasse höher auftreten.
Mit rund 4,3 Metern Länge bleibt der ATTO 2 handlich genug für die Stadt, bietet innen aber erstaunlich vernünftige Platzverhältnisse. Vier Erwachsene kommen gut unter, die erhöhte Sitzposition sorgt für angenehme Übersicht. Die Boost-Ausstattung lässt ebenfalls kaum Wünsche offen. Panoramadach, 360-Grad-Kamera, beheizbare Vordersitze und Lenkradheizung gehören ebenso zum Verwöhnprogramm wie das große zentrale Display und das digitale Cockpit. Vieles, was bei europäischen Konkurrenten erst über lange Aufpreislisten ins Auto kommt, ist hier bereits an Bord.
Besonders interessant ist der Antrieb. BYD kombiniert einen 1,5-Liter-Benziner mit einem kräftigen Elektromotor. Gemeinsam stehen 156 kW/212 PS und 300 Nm zur Verfügung. Dabei übernimmt der Elektromotor im Alltag einen wesentlichen Teil des Vortriebs, während der Benziner abhängig von Fahrsituation und Ladezustand effizient ins Geschehen eingebunden wird.
Das funktioniert ausgesprochen harmonisch. Der ATTO 2 fährt leise und spontan los, reagiert unmittelbar aufs Fahrpedal und vermittelt im Alltag beinahe das Fahrgefühl eines Elektroautos. Bei stärkerem Leistungsabruf ist ordentlich Nachdruck vorhanden: In 7,5 Sekunden beschleunigt der Fronttriebler aus dem Stand auf 100 km/h, maximal sind 180 km/h möglich. Damit ist der sparsame Chinese keineswegs langsam, sondern auch auf der Autobahn souverän unterwegs.
Die 18 kWh große Blade-Batterie ermöglicht bis zu rund 80 bis 90 Kilometer elektrische Reichweite. Damit können Pendler einen beträchtlichen Teil ihrer täglichen Strecken rein elektrisch zurücklegen. Wer zu Hause oder am Arbeitsplatz regelmäßig ansteckt, startet morgens praktisch mit einem kleinen Elektroauto. Geladen wird beim Boost mit maximal 6,6 kW Wechselstrom.
Auch wenn die elektrische Energie weitgehend aufgebraucht ist, bleibt der ATTO 2 erfreulich sparsam. In unserem Test bewegte sich der Verbrauch bei rund 4,2 bis 5,0 Litern Super auf 100 Kilometer. Angesichts von 156 kW/212 PS, SUV-Karosserie und alltagstauglichem Platzangebot ist das ein ausgezeichneter Wert. Wer konsequent lädt und Kurzstrecken elektrisch absolviert, kann seinen tatsächlichen Benzinverbrauch natürlich noch wesentlich weiter reduzieren.
Unterwegs präsentiert sich der ATTO 2 angenehm erwachsen. Das Fahrwerk ist eher straff abgestimmt, bietet aber guten Komfort und hält die Karosserie in Kurven sauber unter Kontrolle. Die Lenkung arbeitet leichtgängig und ausreichend direkt. Der BYD will kein Sportler sein, fährt sich aber präzise, sicher und unkompliziert – genau so, wie wir es von einem kompakten Alltags-SUV erwarten.
Und dann bleibt der Preis. Gerade hier spielt der ATTO 2 DM-i seine größte Stärke aus. Umfangreiche Serienausstattung, kräftiger und sparsamer Antrieb, moderne Technik und eine bemerkenswert hohe Verarbeitungsqualität ergeben ein Gesamtpaket, bei dem sich so mancher etablierte Konkurrent warm anziehen muss.
Fazit: Der BYD ATTO 2 DM-i Boost überzeugt nicht mit einzelnen Showeffekten, sondern als Gesamtpaket. Er ist sparsam, kräftig, hochwertig verarbeitet und umfangreich ausgestattet. Vor allem aber bietet er sehr viel Auto fürs Geld – und genau das macht ihn besonders interessant.
Fotos: © slz










































