+++ AUTOTEST +++ Alfa Romeo Stelvio Veloce 2.0 16V 280 AT8 Q4 +++

Seit 2017 wildert Alfa Romeo mit dem Stelvio in der von den Automobilherstellern heiß umkämpften SUV-Klasse. Wir testen den Italiener mit 280 PS Benzinmotorisierung, Allradantrieb und Ausstattungslinie Veloce. Ein Test, der viele Emotionen auslöst.

Mittlerweile erfreut sich der Stevio sehr guter Verkaufszahlen. Die „Zutaten” für diesen Erfolg sind offenkundig. Im Exterieur betört die kompakte, unverwechselbare Karosserie des 4,68m langen Italieners. Tiefe Seitenschweller und Stoßfänger sowie ein wuchtiger Dachspoiler sind in Wagenfarbe- in unserem Fall Grigio Stromboli- lackiert. In Kombination mit dicken, dunklen Auspuffendrohren und 20 Zoll Leichtmetallfelgen „Speciale” ergibt sich ein „heißes” Gesamtbild. Für das Interieur gilt ähnliches: feine, wertige Materialien versprühen italienische Grazie- das kann eben auch in dieser Klasse nur ein Alfa Romeo. Die feinen, sportlichen Ledersitze „Lusso” fühlen sich wunderbar an und geben perfekten Seitenhalt, außerdem bietet der Stelvio unerwartet viel Platz. Selbst im Fond empfängt die Insassen luftiges Raumgefühl mit viel Kopffreiheit. Den Zugang zum Gepäckabteil gibt eine elektrisch bediente Heckklappe frei, das Kofferraumvolumen reicht von beachtlichen 525 bis zu 1600 Litern, viel Platz also für zahlreiche Einkaufstüten oder Gepäckstücke. Auch bei der Gestaltung des Cockpits zeigen die Italiener Leidenschaft, sogar das Armaturenbrett ist mit Leder bezogen. Hinter Volant erwarten uns tiefe, klassische Rundinstrumente in Kombination mit einem modernen 7 Zoll-TFT-Instrumentendisplay für wichtige Fahrdaten, Warnungen und Benachrichtigungen. Mittig platziert das 8,8 Zoll-Multitouch-Display. Die Bedienung ist intuitiv einfach, mit wenigen Handgriffen kann man Apps und Widgets nach eigenen Wünschen anordnen und einrichten, die Kartengrafiken des Navigationssystems sind up to date. Wie schon bei der kürzlich getesteten Giulia gefällt uns auch beim Stelvio die von Alfa Romeo gelebte „Liebe zum Detail”: beispielsweise das fein eingearbeitete „Italien Logo” vorm lederbezogenen Schalthebel des Automatikgetriebes.

Befeuert wird unser Testwagen von einem 2,0 Liter 4-Zylinder-Reihenmotor samt Twin-Scrolll-Abgasturbolader. Das Aggregat leistet 206 kW/280 PS und verleiht dem SUV sprichwörtlich Flügel. In gestoppten 5,6 sec. sprintet der rassige Italiener auf 100km/h, als Höchstgeschwindigkeit werden werksseitig 230km/h angegeben. Unter Volllast trompetet die zwei-flutige Auspuffanlage als gäbe es kein Morgen, der 2,0 Liter Turbobenziner giert förmlich nach Drehzahlen. Doch der Italiener kann auch anders, denn schon im Drehzahlkeller lässt er mit 400 Nm Drehmoment ebenfalls gewaltig die Muskeln spielen. Die Kraftübertragung erfolgt über ein 8-Stufen-Automatikgetriebe, dieses wechselt die Gänge vollkommen unmerklich. Lustvolle Zwischengasstöße beim Runterschalten im Fahrmodus „Dynamic” sorgen darüberhinaus für „Gänsehautfeeling. Wer will kann den Stelvio aber auch im „Familiengang” bewegen, hierfür stehen der Fahrmodus „Natural” bzw. für besonders energiesparendes Fahren der „Advanced Efficiency” Modus zur Verfügung. Geht man zart mit dem Gaspedal um sind sogar Verbräuche um die 6,5 Liter Super möglich, bewegt man den Stelvio Veloce standesgemäß, dann stellen sich sehr akzeptable Verbrauchswerte um 7,5-8,3 Liter Super ein, trotz permanentem Allradantrieb Q4. Apropos Allrad: mit dem neuen Allradantrieb hat Alfa Romeo auch diesbezüglich die Hausaufgaben gemacht. Auf unseren Testfahrten steigert der Antrieb nochmals merklich die Performance des Stelvio, unmerklich „swicht” das System vom reinen Hinterradantrieb auf Allradantrieb um, je nach Bedarf. Im Sommer bietet das System unglaubliches Handling bei besonders aktiver Fahrweise, im Winter und auf schlechten Fahrverhältnissen erwarten Fahrer und Beifahrer Grip ohne Ende.

Die Ausstattung des Alfa Romeo ist überkomplett, an Bord verwöhnen uns unter anderem: 6-fach elektrisch verstellbare, beheizbare Sportledersitze samt Lendenwirbelstütze, Lenkradheizung, schwarzer Dachhimmel, Integration Apple CarPlay und Android Auto, Sportpedale und Fußstütze aus Alu, Armaturenbrett und obere Türverkleidungen in Leder, Harman/Kardon Sound Theatre Soundanlage mit 14(!) Lautsprechern und Subwoofer, Navigation, etc. An Assistenzsystemen stehen Stau-und Autobahnassistent, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung mit intelligenter Geschwindigkeitskontrolle, Bergabfahrhilfe, Aktiver Totwinkelassistent, Kollissionswarnsystem mit autonomem Notbremssystem, Müdigkeitswarner, Einparkhilfen, Adaptiver Tempomat etc. zur Verfügung. Noch Fragen?

Fazit: Der Alfa Romeo Stelvio ist ein echter Feschak unter den SUV`s, darüberhinaus begeistert der Italiener mit seiner rassigen Motorisierung, Getriebe und Allradantrieb. Platzverhältnisse, Qualität und Verarbeitung sind stimmig. Der Stelvio vereint klassische Alfa Romeo Tugenden mit modernster Technik wie kaum ein anderes Automobil. Schön, dass es solche Autos gibt! Zu haben ab 51.200 Euro.

 

Fotos: Autopresse/Stefan Schmutz